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Opticus am kaiserlichen Hof in Wien

Im 22. Heft der Blätter für Technikgeschichte gibt es eine interessante Abhandlung zu einem Gervasius Mattmüller (grün in der Grafik).[1] Darin enthaltene Informationen, ergänzt mit Online-Recherchen auf verschiedenen Portalen[2], ergaben nachstehende Nachfahrengrafik:Gervasius Mattmüller
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Gervasius Mattmüller stammt aus Freiburg im Breisgau und stand seit 1623-1625 in habsburgischen Diensten, zuerst am vorderösterreichischen Hof zu Breisach und dann in der kaiserlichen Armee. Etwa ab 1637/1638 als Opticus [Brillenmacher] und Ingenieur im Dienst des Kaiserhofs in Wien.

Seine erste Frau Anna Schurhammer stirbt 1645 in Wien. 1646 heiratet er Agnes, die Witwe des Kammerdieners Georg Thumb. Nach dem Tod von Kaiser Ferdinand III. wird er entlassen und bittet 1657/1658 Kaiser Leopold I. um Wiederaufnahme in den Hofdienst. Sein Ansuchen wird akzeptiert und er behält seine angesehene Stellung als Ingenieur und Opticus. 1668 stirbt Gervasius in seinem Haus am „Petersfreithoff“ [heute Petersplatz Nr. 10] im Alter von 75 Jahren und wurde „alhie bei St. Stephan“ [Domkirche St. Stephan] bestattet.

Im Generallandesarchiv Karlsruhe findet sich ein kolorierter Gemarkungsplan von Littenweiler, heute Stadtteil von Freiburg im Breisgau, der 1629 von Gervasius Mattmüller von Hand gezeichnet wurde.[3]

 

Gibt es eine Verbindung zu den Mattmüller von D-Ihringen?

Taufen und Heiraten in Freiburg im Breisgau erfolgten nach katholischem Ritus. 1556 wird Ihringen evangelisch, vorher war es ebenfalls katholisch. Somit ist denkbar, dass der Vater von Gervasius Verwandte in Ihringen hatte und/oder von Konrad Mattmüller aus Rotweil – urkundlich erwähnt 1433 – abstammt.

 

Quellen
[1] Habacher, Maria: Mathematische Instrumentenmacher, Mechaniker, Optiker und Uhrmacher im Dienste des Kaiserhofes in Wien (1630-1750), in Blätter für Technikgeschichte, 22. Heft. Wien 1960, S. 13-15.
[2] https://de.geneanet.org/, https://www.familysearch.org/de/. Stand 21.12.2019
[3] http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-1723097. Stand 21.12.2019.

Einbürgerungsort Gadmen BE aktualisiert

Ergänzende Nachforschungen führten zu kleineren Anpassungen der Stammtafel und des Textes:

Die überlieferte Tochter Bertha des Begründers der Gadmen Linie, geboren ca. 1865, verheiratet mit einem Albin Flück, kann nicht bestätigt werden.

Margaritha Mattmüller, Rufname Gret, 1906-1996, war u.a. Directrice im CHAMP-SOLEIL „Ecole de formation sociale pour auxiliaires et monitrices d’établissements hospitaliers“ in Chailly-Lausanne. Sie nannte sich dort „Myriam“, weil es bereits mehrere Mitarbeiterinnen mit dem Vornamen „Margaritha“ gab und mit „Myriam“ Verwechslungen vermieden wurden.