Mauren TG

Stammtafel

Begründer der Mauren Linie ist Jakob Martin Mattmüller (grün). Er erhielt am 06.08.1893 das Gemeindebürgerrecht von Mauren TG und am 10.10.1893 zusammen mit den beiden minderjährigen Söhnen Jakob Martin und Emil (pink) das Kantonsbürgerrecht und wurde dadurch Schweizer Bürger. Die Lebensorte seiner Vorfahren gehen aus den Wanderungsbewegungen der Schweizer Mattmüller hervor.

1895 wurde gegen ihn eine Untersuchung wegen Unterschlagung eingeleitet.

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Einbürgerungsort Mauren TG (1893)

Wappen Mauren TG

Die Ortschaft Mauren TG gehört seit der Gemeindereform 1995 zur politischen Gemeinde Berg TG. Von 1803-1994 war sie eine selbständige Ortsgemeinde der Munizipalgemeinde Berg. Mauren liegt am südöstlichen Fuss des Ottenbergs (Ottebärg). Traditionell wurde in Mauren Acker-, Wein- (bis 1900) und Obstbau betrieben; im Verlauf des 19. Jh. verlagerte sich der Schwerpunkt auf Vieh- und Milchwirtschaft. Im 19. Jh. blühte die Kattunweberei (Baumwollweberei). Im Gebäude einer Konkurs gegangenen Maschinenstickerei wurde 1895 eine Anstalt für „schwachsinnige“ Kinder eröffnet (heute Sonderschulheim).[1]

1871 wohnte Jakob Martin (1841-1924) bereits in der Schweiz, vermutlich in Muri AG oder Muri bei Bern. 1872/1873 liess er sich in Mauren als Wagner nieder. Zu dieser Zeit hatte Mauren rund 400 Einwohner (1850 385 und 1900 414) – die Schweiz 2.7 Mio. 1892 wurde die Wasserversorgung mit Quellfassungen im Ottenberger Bürgerwald, mit Reservoir und Hydrantenanlagen eingeweiht. Bis dahin hatte fast jedes Haus seinen eigenen Brunnen. 1901 wurde im „Ochsen“ das erste Telefon installiert, es blieb fast ein Jahrzehnt das einzige im Dorf. 1909 wurde Mauren elektrifiziert. Von 1908-1911 wurde die Eisenbahnlinie von Wil SG über Weinfelden nach Konstanz gebaut. Sie löste die Postkutsche ab, die täglich zweimal von Kreuzlingen nach Bürglen und zurück fuhr.[2]

 

Schulstrasse 5 – Wohnsitz in Mauren

„Wagner Mattmüller“ kaufte 1872/1873 das im Jahre 1808 erbaute Giebeldachhaus in Undermuure. 1876 wurde gemäss Brandkataster der Wert des Gebäudes wegen „Reparatur“ von Fr. 1’600 auf 3’500 angepasst. 1889 auf Fr. 7’000 da „Scheune verlängert“. Später ging die Liegenschaft an seinen Sohn Jakob Martin (1884-1921) – meinen Grossvater  – über, und nach dessen frühen Tod im Jahre 1921 an „Witwe Mattmüller“.

Witwe Mattmüller, resp. Emma Mattmüller, geb. Preisig verkaufte 1922 die Liegenschaft an Ernst Uttinger. Der Assekuranzwert 1921 ist mit Fr. 13’000 ausgewiesen. Das Gebäude wurde zwischen 1983 und 1986 abgebrochen.[3]

Emma Mattmüller-Preisig – meine Grossmutter – zügelte 1922 mit ihren vier Kindern im Alter von 2 – 6 Jahren nach Buhwil TG, Istighoferstrasse 8, bevor sie 1923 nach Herisau AR weiterzog.

 

Einbürgerungsverfahren

Anhand von Protokollen der Bürgergemeinde Mauren TG und Dokumenten des Staatsarchivs des Kantons Thurgau wird die sogenannte Naturalisation im Kapitel Einbürgerungsverfahren im Jahre 1893 aufgezeigt.

 

Doppelte Verwandtschaft der Linien Berg und Mauren

Die Begründer der beiden Linien (grün) waren als Ledige Cousins 3. Grades: Sie hatten gemäss Stammtafel der in der Schweiz eingebürgerten Mattmüller den gleichen Ururgrossvater (Joseph Mattmüller, 1721-1789). Da sie die Schwestern Maria Barbara Herzog und Susanna Herzog heirateten, wurden sie auch noch Schwager. Die Geschwister Jakob Martin, Emil und Marie waren somit zu Wilhelm Mattmüller als „Herzog-Nachkommen“ Cousins und als „Mattmüller-Nachkommen“ Cousins 4. Grades.
Verwandtschaft Berg-MaurenZum Vergrössern die Grafik anklicken.

 

Verwandtschaftliche Beziehungen zwischen den Linien Gadmen, Mauren und Basel 1929

Die Begründer der Linien Mauren (Jakob Martin) und Gadmen (Christian) waren Brüder (grün) – und hatten zahlreiche Geschwister! Die 1928/1929 in Basel eingebürgerten Clara und Karl Mattmüller waren Grossnichte und Grossneffe (pink) der beiden.Verwandtschaft Gadmen, Mauren und Basel

 

Quellen
[1] http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D2000.php. Stand 18.03.2017.
[2] Hans Schalch: Kurze Dorfgeschichte von Mauren Thg, 1969.
[3] Hinweisinventar Bauten, https://map.geo.tg.ch/apps/denkmaldatenbank/. Foto von 1983. Stand 04.04.2017.